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10. Adelige Gutshöfe in der Stiegel- und Edelgasse


Autor und Fotos: Hartmut Geißler
nach dem Text der Stationstafel 10 des Historischen Rundweges
mit Ergänzungen

Literatur dazu: Krämer, Ober-Ingelheim.


Das Gelände des heute äußerst dekorativen Anwesens Stiegelgasse 65 gehörte im Spätmittelalter den Busern oder Beusern, einer bekannten Neben-Linie des schon früh erwähnten Ingelheimer Rittergeschlechts (s.u. ihr Stammhaus).

Hier nahm Kurfürst Ludwig VI. anlässlich der Huldigung am 16.7.1577, die in der Burgkirche stattfand, sein Quartier.

Dieser Familienzweig derer von Ingelheim ist von 1325 bis zu seinem Aussterben 1580 nachweisbar. Im Norden und Osten erstreckt sich ein englischer Landschaftsgarten, den 1911 ein Kaufmann aus Wiesbaden, Gustav Adolf Bode, umgestalten ließ.

 

Unten: Stiegelgasse 50, in der jetzigen Baugestalt von 1733, gilt von alters her als Stammsitz der später aufgestiegenen Grafen von Ingelheim, die im 18. Jahrhundert allerdings nicht mehr persönlich in Ingelheim ansässig waren.

Heute gehört das Anwesen als Hotel der Familie Wasem.

 

Zurückgezogen dahinter liegt das Anwesen Stiegelgasse Nr. 48, auf dessen Gelände im 15. Jahrhundert die "von Ockenheim, genannt von Ingelheim" ansässig waren (s. Wilhelm von Ockenheims Grabmal in der Burgkirche).

 Von ihnen haben es die von der Bergstraße nach Ingelheim gekommenen "Horneck von Weinheim" gekauft und ihr Herrenhaus im Jahre 1590 erbaut.


Im 19. Jahrhundert wohnte hier Präsident Dr. Martin Mohr und von 1925 bis 1933 der von den Nationalsozialisten aus dem Dienst entlassene demokratische Studienrat Karl Balser.

Auch der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker wohnte von 1962-1966 während seiner Tätigkeit bei Boehringer mit seiner Familie hier.

 

Unten: Im barocken Eckhaus Stiegelgasse/Edelgasse 1 saßen die Wölfe von Sponheim, (später die Herren von Wallbrunn). Heute gehört es der Familie Ferch.

 

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Gs, erstmals: 03.03.06; Stand: 04.03.17