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5. Marktplatz mit altem Rathaus und verschiedenen Brunnen


Autor und Fotos: Hartmut Geißler


1827/28 baute der Architekt Friedrich Schneider ein neues Rathaus für Ober-Ingelheim, das nach der Zusammenlegung der Ingelheimer Gemeinden zur "Stadt Ingelheim" 1939 seine Funktion verlor, denn als erstes gemeinsames Rathaus für die neue Stadt diente nun das Nieder-Ingelheimer Rathaus, bis die Stadtverwaltung 1982 in das jetzige neu gebaute Rathaus umziehen konnte. 

Heute dient das ehemalige Rathaus von Ober-Ingelheim als Kindergemeinschaftshaus. Jährlich wird hier am letzten Samstag im September zu Beginn des Rotweinfestes die neue Rotweinkönigin mit ihren Prinzessinnen vor dem jubelnden Volke gekrönt. 

Der Rathausplatz wurde 2007/2009 von Grund auf umgestaltet und erhielt auch neue Brunnenfiguren, freilich an anderer Stelle.

 

Text der Informationstafel 5 "Altes Rathaus Ober-Ingelheim":

"1828 auf der Stelle eines Vorläufergebäudes von 1608 (s. Datierung Kellerportal) in klassizistischem Stil errichtet. Ein in gut proportionierter Symmetriearchitektur geschaffener Bau mit vorspringendem giebelgekrönten Mittelteil und Uhrturm als Dachreiter. Die Nutzung als Rat-, anfänglich auch als Gerichtshaus für Ober-Ingelheim dauerte bis zum städtischen Zusammenschluss der drei alten Ingelheimer Dorfgemeinden 1939.

Der heute noch baulich eng umstandene Marktplatz mit einem 1529 in Stein gefassten Born, dem kurpfälzischen „Löwchen“ - Brunnen, bildete, ganz im Gegensatz zum befestigten Burgkirchenareal, das eigentliche, zivile Ortszentrum.


Die historischen Straßen der Karte von 1800 prägen nach wie vor die wesentliche Siedlungsstruktur. Sie verlaufen strahlenförmig von hier aus in fünf Richtungen und schließen am Ende jeweils mit einer beeindruckenden Toranlage ab."


(Siehe Planausschnitt rechts)


Oben: Der gepflasterte Ober-Ingelheimer Marktplatz ca. 1910; links geht die Bahnhofstraße ab und rechts die Rinderbachstraße.

Zentral vor dan Häusern stand seit 1901 ein Brunnen, zugleich ein Denkmal für die Gefallenen des Krieges von 1870/71. Er ersetzte einen früheren Brunnen aus Kurpfälzer Zeit, das sog. "Löwchen". Dieser neue Denkmal-Brunnen musste seinerseits 1970 ersatzlos dem anschwellenden Autoverkehr und seinem Parkplatzbedarf weichen.

 

Links: Er steht heute, 2007 gründlich restauriert, im Rosengarten gegenüber der Burgkirche. Durch die lichte Umgestaltung des Rosengartens kommt er nun viel besser zur Wirkung.

Bilder: Historischer Verein/Geißler

 

 

Als Ersatz für den versetzten Marktbrunnen erinnern nun drei lustige Männerfiguren an die typischen Früchte der Ingelheimer Landwirtschaft, an Wein, Spargel und Kirschen (unten).


Dieses neue Brunnenkunstwerk des Wahl-Thüringers Benedikt Solga, der in Ingelheim zur Schule gegangen ist, wurde nach langen Debatten über eine bisweilen geforderte Rekonstruktion des ehemaligen kurpfälzischen Brunnens auf dem Markt aus 21 Modellen eines ausgeschriebenen Wettbewerbs von Kulturausschuss und Stadtrat ausgewählt und am 5. Dezember 2009 eingeweiht. Das Wasser des Brunnens stammt übrigens aus derselben Quelle, die den früheren Brunnen speiste. Es ist die sog. "Casinoquelle" auf dem Geländes des  Vereins Haus Burggarten, wo seit dem 19. Jahrhundert die Casino-Gesellschaft tagte. Nach: Hamann, Jahrbuch 2013, S. 104 ff.

 

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Gs, erstmals: 13.03.06; Stand: 18.07.16