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8./9 Spitzkegeltürme und Mauerabschnitte in der Burgunderstraße


Autor und Fotos: Hartmut Geißler

Gut erhaltener Spitzkegelturm an der Einmündung der Burgunderstraße in den Neuweg; Foto: Gs

 

 

Nr. 8: Rechts ein an der Einmündung der Burgunderstraße in den Neuweg stehender Spitzkegelturm (in "Vorlage"), der wie die anderen Türme ursprünglich im Graben stand. Solche Türme wurden der Mauer im Graben "vorgelegt", um von ihnen aus etwaige Erstürmungsversuche der Wehrmauer nach beiden Seiten bekämpfen zu können. Das heutige Straßenniveau liegt erheblich höher als das damalige Grabenniveau, sodass eine Treppe hinabführt. Aufgeschüttet wurde der Graben vor 1848, wie sich aus dem Katasterplan dieses Jahres ergibt.

Er wurde wahrscheinlich im 15. Jh. erbaut und nahm die südöstlichste Position an der Wehrmauer ein. Er besitzt ein spitz gemauertes, feuersicheres Steinkegeldach.

 

Nr. 9: Weiter abwärts in Richtung Stiegelgässer Tor kann man rechts weitere Mauerreste und einen damit verbundenen (bewohnten) weiteren Spitzkegelturm an der Burgunderstraße sehen. Auch er stand eigentlich tief im Graben vor der Mauer:

Mauerreste entlang der Burgunderstraße; Foto: Gs
Fußgänger-Durchgang durch die Mauer ("Mannloch") aus dem obersten Uffhub-Gehöft in die obere Burgunderstraße (StA. Ing., Rep II/418)


Rechts am Rand ein Fußweg durch die Mauer, der vom oberen Uffhub-Gehöft (links am Rand sieht man die Kurve der Uffhub) in die Burgunderstraße führte, bzw. zu den außerhalb gelegenen Feldern. Sie könnte im Haderbuch von Ober-Ingelheim (1476-1484, Blatt 206v) mit der dort erwähnten "Lochspforte" gemeint gewesen sein.

 

Zu den Wehrmauern Ober-Ingelheim allgemein


Gs, erstmals: 10.03.06; Stand: 18.11.20