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Das alte Rathaus in Nieder-Ingelheim


Autor und Fotos: Hartmut Geißler


In Nieder-Ingelheim gab es seit dem Spätmittelalter ein Amtshaus im Saal, das 1487 erstmals urkundlich erwähnt wird. Ein Nachfolgebau wurde Mitte des 16. Jahrhunderts schon am heutigen François-Lachenal-Platz errichtet. Es war aber kleiner als das heutige und musste 1859 wegen Baufälligkeit abgerissen werden, bevor noch der Neubau, den man beschlossen hatte, stand. Kurzzeitig musste deshalb u.a. die Registratur und das Archiv im Hof des damaligen Bürgermeisters Werner an der Mainzer Straße (heute Weingut Arndt Werner) untergebracht werden.

Der neue Rathausbau wurde schließlich in den Jahren 1861/62 im damals aktuellen Rundbogenstil errichtet, westlich des Saalgebietes auf einem Grundstück von David Johann von Harder, nach Plänen des Kreisbaumeisters Eduard Köhler, Bingen.

1865 bis 1939 war es Sitz der Nieder-Ingelheimer Gemeindeverwaltung, von 1939 bis 1982 Sitz der Stadtverwaltung von ganz Ingelheim.

Im Erdgeschoss waren ursprünglich ein Wachlokal mit Arrestzellen und ein Spritzenraum untergebracht, im Obergeschoss der Ratssaal.

Seit dem Umzug von Stadtverwaltung und Rat in das neue Rathaus dient es als Ausstellungsgebäude und vor allem als Ort der "Internationalen Tage Ingelheim". Zur Zeit (2016/17) wird es aufwändig umgebaut, damit es für weitere Ausstellungen besser gerüstet ist (z.B. durch Klimatisierungsmöglichkeit).

Zu Ehren des langjährigen Organisators dieser weit über Ingelheim hinaus bekannten Ausstellungen wurde der ehemalige "Rathausplatz" davor in François-Lachenal-Platz umbenannt.

Das Uhrtürmchen, dessen Uhr alle Viertelstunden schlägt, stammt von 1935.


Um den Platz vor dem Rathaus, der sich im 19. Jahrhundert mit seinem Brunnen aus napoleonischer Zeit zu einem neuen Zentrum des Ortes Nieder-Ingelheim entwickelte, gruppierten sich außer dem Rathaus auch die alte (evangelische) und die neue (simultane) Pestalozzischule, das evangelische Pfarrhaus und eine Apotheke. Im 20. Jahrhundert kam noch ein Feuerwehrhaus hinzu, in dem heute das Museum untergebracht ist.

 

Gs, erstmals: 26.02.07; Stand: 18.02.17