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Die Obentrautschen Hofanlagen


Autor und Fotos: Hartmut Geißler
nach der Texttafel Nr. 3 des Historischen Rundganges



Das hier im 16./17. Jahrhundert dominierende Geschlecht der Ritter von Obentraut - einem Familienzweig des berühmten aus Heddesheim an der Nahe stammenden deutschen Reitergenerals - verfügte in Groß-Winternheim über einen Gesamtbesitz von etwa 80 Morgen Land (15,3 Hektar), einschließlich eines Mühlenbetriebes an der Selz („Eulenmühle“). Allein das im Ort gelegene Grundstück umschloss, vom auffällig hochgelegenen Garten des Hauses Nr. 3 bis hin zum Freien Platz und rückwärtig angrenzend an die noch gut erhaltene Partie der Wehrmauer des nördlichen „Effengrabens“*, eine Fläche von ca. 8 Morgen.

Im renaissancezeitlichen Baukomplex geht die ehemalige Zehntscheune auf. Ein eleganter Wellengiebel und ein kräftig dekorierter, doppelläufiger Eingangsbereich kennzeichnen das unterschiedlich positionierte Hauptgebäude.

Nicht weniger herrschaftstypisch stellt sich das Anwesen Ecke Obentrautstraße / Freier Platz mit einem von welscher Haube gekröntem Treppenturm dar.

Über der großen Toreinfahrt seitlich des hochgezogenen Staffelgiebels fixieren Wappen und Schlussstein - H.M.V.O. 1609 - die Daten seines freiadeligen Besitzers (Hans Michael von Obentraut).

Den rechten Wohntrakt des Innenhofes ziert ein vom Alter gezeichnetes Sandsteinportal im aufwändigen Stil toskanischer Renaissance. Bis zur endgültigen Ablösung durch kurpfälzische Autorität standen Obentrauts dem Dorfrat vor und hatten so u. a. festen Sitz im Appellationsgericht des Ingelheimer Grundes (sog. Oberhof)." - Texttafel Nr. 3

* Effen: frühere Bezeichnung für eine Ulmenart; Gs

 

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Gs, erstmals: 25.02.06; Stand: 06.03.17