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Der jüdischer Friedhof in Ober-Ingelheim in der Hugo-Loersch-Straße


Autor und Foto: Hartmut Geißler
nach Meyer/Mentgen S. 515 ff. und
http://www.alemannia-judaica.de/ingelheim_friedhof.htm (24.10.10)


Bereits im Spätmittelalter könnte es einen jüdischen Friedhof in Ober-Ingelheim gegeben haben. Denn aus der Zeit von 1385 bis 1411 wird ein "Judinacker zu Ober-Ingelheim" erwähnt. Die Lage dieses Friedhofes (in der Gemarkung "Ober Hollern") ist nicht mehr bekannt.

Im Jahre 1823 (Briefwechsel im Ingelheimer Archiv) jedenfalls benutzten die Juden von Ober-Ingelheim den jüdischen Friedhof im Nieder-Ingelheimer Saal, in der Aula regia, mit. Das versuchte die Nieder-Ingelheimer Gemeindeverwaltung zu verhindern. Möglicherweise wurde deswegen der heutige Ober-Ingelheimer Judenfriedhof im Gewann "Sohl" an der heutigen Hugo-Loersch-Straße in Ober-Ingelheim angelegt. Der älteste Grabstein stammt von 1836, der jüngste von 1938.

Es sind auf einer Fläche von über 10 ar etwa 170 Grabsteine erhalten. In geringer Zahl wurden dort auch Urnenbeisetzungen vorgenommen, was im orthodoxen Judentum zwar verboten ist, im Reformjudentum hingegen erlaubt wurde (Meyer/Mentgen, S. 519).

Der Friedhof ist von einer massiven Steinmauer umgeben. Ein Blick durch das Eingangstor (am 22.10.10):

 

Auf diesem Friedhof stehen noch Grabsteine von 143 Personen; von fünf weiteren, die in einem "Lageplan" verzeichnet waren, fehlen jegliche Grabsteine, Einfassungen u.a., so dass man ihre Gräber in vorhandenen Freiflächen vermuten muss. (Meyer/Mentgen, S. 579)

Zum jüdischen Friedhof im Nieder-Ingelheimer Saal

Zum jüdischen Friedhof in Großwinternheim

Zur Geschichte der Juden in Ingelheim (bis 1933)

 

Gs, erstmals: 24.10.10, Stand: 27.02.17