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Hat sich Friedrich Barbarossa mit Hildegard von Bingen in Ingelheim getroffen?


Autor: Hartmut Geißler

nach Classen, Schmitz, Schrader/Führkötter, Opll (Itinerar), Klaes, Staab und Embach


Wer war diese Hildegard, dass ein König bzw. Kaiser sich mit einer Nonne getroffen haben soll?

Teilweise wurde sie als eine adlige "Magistra" bezeichnet, in der Schutzurkunde Barbarossas und im Papstbrief zu ihrem (im Mittelalter ergebnislos verlaufenden) Heiligsprechungsprozess aber als "Abbatissa". Sie soll als 10. und letztes Kind des Edelfreien Hildebert von Bermersheim (nach eigenen Angaben in Scivias) zur Welt gekommen sein, im Jahre 1098 in jenem kleinen Ort bei Alzey.

Eine kurzgefasste, aber wissenschaftlich verlässliche Darstellung ihres Lebens und ihrer Werke gibt Monika Klaes in der Einleitung zu ihrer Vita. Dass ihre Mutter aus der Familie der Sponheimer Grafen stammte, ist Spekulation. Als ihr Vater Burghauptmann auf Burg Böckelheim an der Nahe war, wurde dort über Weihnachten 1105 Kaiser Heinrich IV. gefangen gehalten, bis er sich am 31.12.1105 in Ingelheim absetzen lassen musste. Möglicherweise hat Hildegard als Kind von 7 Jahren den gefangenen Kaiser dort gesehen.

Ein Jahr später – mit 8 Jahren – weihten die Eltern Hildegard Gott und übergaben sie der frommen Jutta von Sponheim (s. Franz Staab) zur geistlichen Erziehung. Als Hildegard 14 Jahre alt war, bezogen beide mit einem dritten Mädchen 1112 - wahrscheinlich am 1. November - eine Klause am erneuerten Benediktiner Männerkloster Disibodenberg (an der Mündung des Glan in die Nahe).

Dass Nonnen zusammen mit Mönchen ein Doppelkloster bildeten, war seit dem 12. Jahrhundert bei den Benediktinern (im Unterschied zu den Zisterziensern) keine Besonderheit. Das zweite Laterankonzil von 1139 beendete aber ihre Zulässigkeit.

Zwischen 1112 und 1115 legten Jutta und Hildegard vor dem Bischof Otto von Bamberg, der den gefangenen Erzbischofs Adalbert von Mainz in seinem Bistum vertrat, die Gelübde ab. Weitere zehn junge Frauen sollen hinzugekommen sein. In den erhaltenen Annalen des Klosters findet sich freilich kein einziges Wort über diese Frauen-Abteilung.

Dort erhielt Hildegard nach wiederholten eigenen Aussagen nur eine einfache religiöse Bildung (in der Vita I, 1), die wahrscheinlich auswendig gelernte lateinische Psalmen, ihre musikalische Darbietung und andere lateinische Bibeltexte umfasste. Bereits mit fünf Jahren hatte sie unerklärliche "mystische Visionen", Erscheinungen, die sie mit Juttas Hilfe zu akzeptieren lernte. Immer wieder hatte sie solche Visionen und hörte Stimmen, ähnlich den Propheten des Alten Testamentes. In ihrem Hauptwerk "Scivias" (wahrscheinlich zusammengezogen aus "Scito vias domini" d. h. "wisse die Wege des Herrn") beschreibt sie in der Vorrede solche Visionen:

"UND SIEHE! Im dreiundvierzigsten Jahre meines Lebenslaufes schaute ich ein himmlisches Gesicht... Ich sah einen sehr großen Glanz. Eine himmlische Stimme erscholl daraus. Sie sprach zu mir: "Gebrechlicher Mensch, Asche von Asche, Moder vom Moder, sage und schreibe, was du siehst und hörst!"

Erst in ihrem 43. Lebensjahr also, ab 1141, schrieb sie diese Visionen in drei Büchern auf, bzw. ließ sie aufschreiben. Auch in ihren Briefen (s. u.) scheute sie sich nicht, mit großem Nachdruck ihre Interessen als göttliche Visionen vorzutragen, um ihre Anliegen zu untermauern, so z. B. in den Richardisbriefen:

"Der durchsichtige Quell, der nicht trügerisch ist, sondern gerecht, spricht..." (erster Brief an den Erzbischof von Mainz).

Nach den Angaben ihrer Vita wurde sie häufiger ernsthaft krank, vor allem in Konflikt-Situationen, so dass sie zeitweise gar nicht laufen konnte und am Anfang einer Reise zum Disibodenberg auf einem Pferd festgebunden werden musste (Vita, I, 7).

Mit 14 bis 17 Jahren legte sie die Gelübde als Nonne ab. Mit Latein ging sie natürlich als Klerikerin dauernd um, die einen Großteil ihres Tages mit auswendig gelernten lateinischen Texten verbrachte, aber offenbar konnte sie es grammatisch nicht eigentlich verstehen oder gar schreiben (s. u.).

Auch die Lebensbeschreibung ihrer Lehrerin Jutta (Franz Staab) berichtet, dass diese als Kind in der Sprache der Hl. Schrift unterwiesen wurde, darin "gute Fortschritte" machte und vieles im Gedächtnis behielt, also vielleicht so, wie muslimische Türken heute arabische Korantexte auswendig lernen, ohne dass sie deswegen selbst arabische Texte verfassen können. Grammatisch korrektes Latein hat Hildegard von Jutta also nicht lernen können.

Gelesen hat Jutta auch, aber, wie ihr Biograph Kuno vom Disibodenberg-Kloster bemerkt, "mit stummem Munde", was damals beim Lesen unüblich war. Das musste sie wahrscheinlich, weil sie die von vielen üblichen Abkürzungen durchsetzten lateinischen Texte aus grammatischer Unkenntnis beim lauten Vorlesen nicht richtig ergänzen konnte.

Im ersten Kapitel von Hildegards "Vita", verfasst u.a. von den Mönchen Gottfried und Theoderich, teilweise basierend auf autobiographischen Skizzen Hildegards, schildert sie aber ein plötzliches Verständnis der heiligen lateinischen Schriften so:

"Cum autem quadraginta duorum annorum septemque mensium essem, maxime choruscationis igneum lumen aperto celo veniens totum cerebrum meum transfudit et totum cor totumque pectus meum velut flamma, non tamen ardens, sed calens ita inflammavit, ut sol rem aliquam calefacit, super quam radios suos ponit. Et repente intellectum expositionis librorum, videlicet psalterii, evangelii et aliorum catholicorum tam veteris quam novi Testamente voluminum sapiebam, non autem interpretationem verborum textus eorum nec divisionem sillabarum nec cognitionem casuum aut temporum habebam."

"Als ich aber 42 Jahre und sieben Monate alt war, kam aus dem geöffneten Himmel ein feuriges Licht höchsten Glanzes, durchströmte mein ganzes Hirn und mein ganzes Herz, und wie eine Flamme, die aber nicht brannte, sondern wärmte, entzündete sie meine ganze Brust so wie die Sonne etwas erwärmt, auf dass sie ihre Strahlen lenkt. Und plötzlich erkannte ich den Sinn der Auslegung der Bücher, nämlich des Psalters, des Evangeliums und anderer katholischen Schriften, sowohl des Alten wie des neuen Testaments, aber ich beherrschte weder die Übersetzung der Worte der Texte noch die Einteilung ihrer Silben und ich hatte keine Kenntnis der Fälle und Zeiten."  (Text aus Klaes, S. 88, Übersetzung und Fettdruck Gs)

Wenn man diese Selbstbeurteilung wortwörtlich nimmt, so heißt das, dass Hildegard glaubte, den Sinn der heiligen lateinischen Schriften sozusagen ganzheitlich erfasst zu haben, ohne jedoch die lateinischen Worte im einzelnen identifizieren, verstehen oder gar übersetzen zu können.

Demgegenüber geht Barbara Beuys davon aus, dass Hildegard literarisch durchaus sehr gebildet war und ihre Lateinkenntnisse nur untertrieben hat, auch wenn ihr als Frau die damalige Schulbildung (Trivium, Quadrivium) versperrt blieb; sie vermutet, dass sie dieses Image der einfachen, ungebildeten Frau pflegte, damit ihre göttlichen Visionen umso unangreifbarer erschienen.

Das zitierte Selbstbild Hildegards wird freilich an vielen Stellen ihrer Werke bekräftigt und auch später bestätigt, z. B. durch eine Notiz des Mönches Alberichs von Trois Fontaines (etwa ein Jahrhundert später) zum Jahre 1153, in der er Hildegard als Autorin erwähnt und hinzufügt:  "Hec autem Hildegardis cum neque litteras neque Latinum didicerit, fecit librum epistolarum egregium ..." ("Diese Hildegard aber, obwohl sie weder Schreiben noch Latein gelernt hat, verfasste eine hervorragende Briefsammlung..."). Auch wenn diese Charakteristik aus Hildegards eigenen Bemerkungen entnommen sein dürfte, so bezeugt sie doch den erstaunten Glauben Alberichs, dass so etwas möglich sei.

In dieselbe Richtung zielt auch die Feststellung in dem Schreiben von Mainz nach Rom zum Heiligsprechungsversuch (von 1233): "Außerdem begann sie, obwohl sie keinen irdischen Lehrer hatte, in ihrem 42. Lebensjahr einige Bücher zu schreiben, und zwar aufgrund der Offenbarung des Heiligen Geistes." (Canonisazio 14,6 bei Klaes, S. 267). Der Autor gibt allerdings als Quelle auch nur die Einleitung von Scivias an.

An verschiedenen Stellen ihrer Werke erfährt man, sei es aus ihrem eigenen Mund, sei es aus den Worten anderer, dass sie aus dem Mangel an eigener lateinischer Ausdrucksfähigkeit heraus ihre Visionen, Briefe und sonstigen Werke nicht selbst verfassen konnte. Stattdessen bediente sie sich anderer Kleriker als Sekretäre, die ihre eigenhändigen Notizen oder mündlichen Anweisungen (so in der Vita II, 1) in gutes Latein brachten. Anfangs waren es der Mönch Volmar (bis 1173) und die Nonne Richardis von Stade bis zu ihrem Weggang als Äbtissin des Klosters Bassum bei Bremen 1169; ab 1177 folgte der Mönch Guibert (= Wibert) aus der Abtei Gembloux (in der Provinz Namur in Belgien), der auch die Briefsammlung zusammenstellte und eine erste Vita der von ihm verehrten Magistra begann. (Klaes, S. 28). Unerklärlicherweise hat er sie aber nicht fertiggestellt.

Wie sehr sie Volmar nach dessen Tod vermisste, geht aus dem Epilog ihrer letzten Visionsschrift hervor (Nachtrag im Riesencodex): "In jener Zeit hatte ich in der wahren Schau an der Niederschrift des Buches unter der Mithilfe eines gottesfürchtigen Mönches ... gearbeitet. Da durchbohrte Traurigkeit mir Seele und Leib, weil ich, durch das Geschick des Todes dieses Mannes beraubt, eine Waise in dieser Welt war. Denn im Dienste für Gott hatte er alle Worte dieser Schau mit großer Sorgfalt in ununterbrochener Mühe aufgenommen und sie korrigierend durchgesehen..." (Führkötter, S. 165)

Embach zieht zu der Frage von schreibenden Mitarbeitern folgenden Vergleich heran (S. 178):

„Ein Hildegard zeitlich näher stehendes Beispiel liefert die lateinischsprachige Briefsammlung Bernhards von Clairvaux (ca. 1090-1053). Im Jahre 1145, also noch zu Lebzeiten Bernhards, stellte dessen Sekretär Gottfried von Clairvaux (ca. 1115-1188) eine erste, insgesamt 243 Stücke umfassende Sammlung von Briefen Bernhards zusammen. Die Briefsammlung Bernhards ist aus der Sicht der Hildegard-Philologie von besonderem Interesse. Bernhard hat, wie Giles Constable ausführt, das Führen seiner Korrespondenz in großen Teilen seiner Kanzlei anvertraut. Hierdurch kam es zu Fällen, daß Bernhard einzelne unter seinem Namen verfaßte Schreiben nicht einmal mehr gesehen hat, bevor sie expediert wurden. Andere wurden nur im Konzept aufgesetzt und dann von Sekretären ausgeführt." - War es bei Hildegard ähnlich?

Die Abfassung ihrer Schriften stellt sich Andreas Resch, ihren eigenen vielfachen Hinweisen folgend, so vor:

"Hildegard schrieb die Texte zunächst auf eine Wachstafel, woraufhin der Schreiber den Text, mit Streichungen und Zusätzen stilistisch purgiert, auf Pergament übertrug. Dann erst erfolgte die Reinschrift als Abschrift vom korrigierten Text, so wie er uns in zeitgenössischen Handschriften vorliegt."

Links Abbildung aus Scivias: Hildegard empfängt eine Vision von oben, notiert sie auf eine Tafel, während ihr Sekretär durch ein Fenster den Kopf ein wenig in ihre Zelle streckt, bereit, ihre Notizen zu verarbeiten.

In einem Brief Hildegards an Papst Anastasius IV. (1153/54) wird das Abfassen eines göttlich inspirierten Briefes wie folgt beschrieben:  "Er aber, der ohne Minderung groß ist, hat jetzt ein kleines Zelt berührt, damit es Wunder schaue, unbekannte Buchstaben bilde und eine unbekannte Sprache erklingen läßt. Und es ward ihm [d.h. dem Zelt, womit Hildegard gemeint ist] gesagt: 'Das, was du in der Sprache, die dir von oben her kundgetan wurde, aussagst - nicht in gewohnter menschlicher Ausdrucksweise, denn diese ward dir nicht gegeben -, soll der, der die Feile hat [ihr Mitarbeiter, hier wohl der Mönch Volmar], eifrig glätten, damit es für die Menschen den entsprechenden Klang erhalte.' " Aus: Führkötter, Nun höre, S. 40

Deshalb, so muss man wohl annehmen, sind auch ihre Briefe zumindest in der Endfassung nicht von ihr selbst verfasst worden, sondern von ihren gelehrten Mitarbeitern; wie weit mit ihrer Zustimmung, Auswahl und Akzentsetzung, muss offen bleiben.


Vom Disibodenberg zum Rupertsberg

Um 1150 verließ sie mit ihren Nonnen - gegen den Willen der Mönche - das Disibodener Kloster und baute am Rupertsberg, gegenüber von Bingen, ein eigenes, erfolgreiches und rein adliges Kloster auf, das sie streng nach den Regeln des hl. Benedikt leitete, bis zu ihrem Tode 1179. Es war eine verkehrstechnisch sehr günstige Stelle, die alle Reisenden, die die Nahe nach Bingen in Richtung Mainz überquerten oder weiter am Naheufer nach Süden zogen, passieren mussten.

Aber erst ab 1158 konnte dieses Klosters durch zwei Urkunden des Erzbischofs Arnold von Selenhofen in materieller Sicherheit (gegenüber den Forderungen des Klosters Disibodenberg) und Unabhängigkeit (nur dem Mainzer Erzbischof selbst als Vogt unterstellt) existieren.

Zu ihrem dortigen Wirken gibt es mittlerweile eine unabsehbare Flut von Veröffentlichungen; hier sei auf die Webseite http://www.landderhildegard.de/ verwiesen (11.12.2010).

Von Hildegard (oder in ihrem Namen) wurden mit Hilfe ihrer Mitarbeiter auch andere theologische und musikalische Werke (mehr als 70 Lieder) verfasst, vielleicht auch medizinische, naturwissenschaftliche Werke, sowie Briefe, die in verschiedenen Sammlungen überliefert wurden.

Letztlich wurde das vermutliche Ziel von Hildegard-Schriften, nämlich die Begründung eines Heiligenkultes um die Rupertsberger Äbtissin, bis zum 21. Jahrhundert nicht erreicht. Denn ein förmliches Heiligsprechungsverfahren, das 1128 unter Papst Gregor IX. in Rom eingeleitet wurde, verlief ohne Abschluss, da die aus Rom geforderten genaueren Angaben zu den Wunderzeugen nicht geliefert wurden, nach Klaes (S. 71/74) auch deshalb, weil das Mainzer Erzbistum das Interesse daran verloren hatte. Erst im Jahre 2012 wurde ihr Fest am 17. September in den offiziellen Heiligenkalender der katholischen Kirche aufgenommen. Sie gilt als Kirchenlehrerin.

Die komplizierten Vorgänge des 13. Jahrhunderts in dieser Frage beschreibt Georg May 2012 ausführlich.


Zu den Briefen

"Sie wurden zunächst einfach gesammelt, schon bald auch überarbeitet und geordnet, zum Beispiel nach der Empfängerhierarchie, und schließlich zu einer Art literarischem Briefbuch umgeformt, das jeweils ausgewählte Briefpaare mit überwiegend allgemeiner Thematik präsentiert, dabei den Adressatenkreis möglichst weit und repräsentativ gestaltet sowie konkrete historische Ereignisse und persönliche Bezüge meist ausblendet." (Klaes, S. 23/24).

Auch Franz Felten stellte 2001 hinsichtlich des Quellenwertes der religiösen Briefe resignierend fest:

"Daher sei ... hier ausdrücklich festgehalten: Die tiefgreifende Überarbeitung des Briefwechsels kurz vor/nach Hildegards Tod läßt das Bemühen erkennen, ein bestimmtes Bild, das einer weltweit angesehenen, heiligmäßigen Prophetin zu zeichnen, und führt dazu, daß wir heute mit einem sehr heterogenen Material konfrontiert werden, das jeden Versuch, den Briefwechsel mit Blick auf den Adressatenkreis zu analysieren, zum Scheitern bringt. Denn wir haben unterschiedliche Textfassungen, Zuweisungen ein- und derselben oder überarbeiteter Schreiben an neue Adressaten, aus verschiedenen Briefen neu zusammengestellte Briefe an echte, ausgetauschte oder erfundene Adressaten, kombiniert mit vielleicht echten oder - wie aufgrund einer gewissen Monotonie zu vermuten - eher in ihrer Echtheit anzuzweifelnden Anfragen, die zu echten oder vielleicht auch nicht echten ‚Antworten‘ Hildegards gestellt worden sind. Daher ist die Unsicherheit über die ‚wirklichen‘ Briefpartner groß, sind Aussagen über den Adressatenkreis, … schlicht unmöglich." (S. 53)

Viele Datierungsversuche, darunter auch der Briefe an und von Barbarossa, sind daher völlig willkürlich. Genauer zeitlich eingrenzen (auf die Jahre 1151/52) lässt sich ihr Briefwechsel über die und mit der vom Rupertsberg gegen Hildegards Willen weggegangenen Nonne Richardis von Stade; aber auch hierbei fehlt ein genaues Datum bei den Briefen selbst.

Was man bei der Betrachtung von damaligen Briefe im Auge behalten muss, ist die Tatsache, dass Briefe im Mittelalter in der Regel nicht vertraulich zwischen zwei Personen ausgetauscht wurden, sondern dass sie in aller Regel öffentlich vorgelesen wurden, was bedeutet, dass Art und Inhalt ihrer Abfassung wohl immer für einen größeren Personenkreis bestimmt waren (s. u.). Das litterarische Genre des "Briefes" hatte also eine andere Funktion als heute.

a) Briefe an und von vielen kirchliche(n) Personen (darunter Päpste, Bischöfe)

Diese behandeln vornehmlich religiöse Fragen.

- So soll ein Odo, Magister der Theologie in Paris, bei Hildegard angefragt haben, ob "Vaterschaft" und "Gottheit" identisch mit "Gott" seien;
- oder Bischof Eberhard II. von Bamberg habe ihr folgende Aufgabe gestellt: "Im Vater west die Ewigkeit, im Sohne die Gleichheit, im Heiligen Geiste die Verbindung von Ewigkeit und Gleichheit; dies möchten wir nun gemäß dem, was Gott dir geoffenbart hat, dargelegt sehen;"
- oder Bischof Eberhard von Salzburg habe sie an ihr Versprechen erinnert, das er ihr im "Feldlager" in Mainz gegeben habe (auf der Maaraue im Jahre 1163?), ihm mitzuteilen, was Gott ihr über ihn geoffenbart habe; darauf geht Hildegard in ihrer Antwort aber nicht ein, sondern begnügt sich mit allgemeinen theologischen Überlegungen und Ermahnungen.

Aus einigen dieser Briefe geht hervor, dass Bischöfe sie auch auf dem Rupertsberg besucht haben sollen, Erzbischof Philipp von Köln sogar oft.

In einem Brief, dem des Erzbischofs Arnold von Trier (1169-1183), wird Hildegard konkret gefragt, "auf welche Weise die Besessene befreit wurde". Gemeint war nach der Vita Hildegards ein Aufsehen erregender Fall einer besessenen Frau Sigewize, einer Adligen aus Köln, die nach vergeblichen Exorzismusbemühungen der Benediktiner von Brauweiler schließlich auf den Rupertsberg gekommen sei, dort "vom bösen Geist befreit" wurde und in Hildegards Kloster eintrat.

Hildegards Antwortbrief formuliert ausweichend:
"An der Besessenen aber, nach der Ihr fragt, haben wir viel Wunderbares geschaut, das wir schriftlich jetzt nicht mitteilen können. Wir haben aber erkannt, daß der teuflische Anhauch von Tag zu Tag bis zu seinem Rückzug dahinschwand. Und diese Frau ist von den Quälereien des Teufels befreit worden. Sie wurde dann zwar von einer Krankheit ergriffen, die sie vorher nicht verspürt hatte. Jetzt aber hat sie die Kräfte des Leibes und der Seele in voller Gesundheit wiedererlangt."
(Führkötter, Briefwechsel, S. 51-55).

Ein angeblicher Brief des Papstes Eugen III. an sie, in dem er überwiegend mit biblischen Zitaten über ihre Sehergabe "jubelt", sie aber auch zur Demut und Geduld ermahnt, wird von der Forschung als unecht angesehen (Klaes, Vita, S. 94, Anm. 22).

b) Briefe an und von weltliche(n) Größen

darunter an
- König Konrad III.
- Herzog Welf VI.
- Königin Bertha von Griechenland
- Irene von Byzanz
- König Heinrich II. von England
- Königin Eleonore von England
- König bzw. Kaiser Friedrich I. Barbarossa.

1. Zum Briefwechsel mit König Konrad III. (1127/1138 - 1152):

- Dieser bedauert, wegen seiner königlichen Stellung und vieler Probleme nicht persönlich zu ihr auf den Rupertsberg kommen zu können, bittet sie um ihre Gebete, auch für seinen Sohn Heinrich, und um ihre Ermahnungen und sichert ihr jede Hilfe zu.
- Sie antwortet mit eschatologischen Prophezeiungen und vagen theologischen Ermahnungen, so am Schluss: "Und wiederum spricht Er, der alles weiß, zu Dir, o König: Wenn du dies hörst, o Mensch, reiß Dich zusammen gegen deinen Eigenwillen und bessere dich, damit du geläutert in die Zeiten gelangst, in denen du über deine Tage nicht mehr zu erröten brauchst." Konkret ist dem nichts zu entnehmen. Dieser Brief wird in der Einleitung der MGH zu DDK III 257, S. 515 von Theodor von Sickel entschieden als "Fiktion" bezeichnet, weil weder Intitulation, Inskription und Salutatio kanzleimäßig seien noch so in anderen Konradbriefen vorkämen. Stattdessen bestünden enge Diktatberührungen zu anderen an Hildegard gerichteten Bischofsschreiben.

2. Zum Briefwechsel mit Friedrich I. Barbarossa:

Dieser Briefwechsel im Wiesbadener Riesenkodex beginnt mit einem Brief Hildegards an Barbarossa, es folgt das fragliche Schreiben des Königs an sie, an das sich weitere drei Briefe Hildegards anschließen, alle ohne konkrete inhaltliche Bezüge auf die anderen.

In ihrem ersten Brief an Friedrich hält sie ihm eine Art religiösen Fürstenspiegel vor: Er solle sorgsam schauen, barmherzig sein, gerecht, dem Teufel tapfer widerstehen, Habsucht abwerfen und Enthaltsamkeit wählen. Führkötter u. a. schließen aus dem Inhalt, dass der Brief bald nach seiner Wahl zum neuen König geschrieben worden sei.

Es folgt der Brief Friedrichs an Hildegard (siehe auch unten!). Friedrich bestätigt, dass ihre Prophezeiungen eingetroffen seien, er sich aber weiterhin für die Ehre des Reiches abmühen werde. Er bittet um ihre und ihrer Schwestern Gebete für ihn und sichert ihr unparteiische Unterstützung ihrer Anliegen zu. Für die Abfassungszeit dieses Briefes wurden verschiedene Jahre vermutet: 1154, 1156-1158 und 1163.

Das zweite Schreiben Hildegards an Friedrich könnte nach der Einschätzung Führkötters ein Dank für die Schutzurkunde von 1163 sein. An lange, mit vielen Bibelzitaten untermauerte Aufforderungen zum rechten Verhalten wird schließlich die Zusicherung gefügt: "Und wisse, daß ich Gott aus ganzem Herzen bitten werde, Er möge dich trösten durch einen Ihm wohlgefälligen Erben und wunderbar an dir Seine Barmherzigkeit erweisen, damit du durch ein gutes und gerechtes Leben in dieser Zeitlichkeit verdienst, nach dem Tod von Ihm hinübergeführt zu werden in die ewigen Freuden."

Als nächster Brief in der Sammlung des Riesencodex folgt ein sehr kurzer Brief Hildegards, der keinen Adressaten enthält, von Führkötter aber ohne Zweifel unter die Briefe an Friedrich eingereiht wird. Sie ordnet ihn chronologisch in die Zeit nach 1163 ein. Darin wird der König und Kaiser aufgefordert, das Zepter zum Regieren richtig in der Hand zu halten und nicht blind zu sein: "Sei so, daß die Gnade Gottes nicht in dir erlischt!" Man wüsste natürlich gerne, wie sie sich das konkret vorstellte.

Schließlich folgt in dieser Reihe noch ein vierter Brief Hildegards an Friedrich, ebenfalls sehr kurz, in alttestamentarischer Wucht: "Der da IST, spricht: Die Widerspenstigkeit zerstöre Ich, und den Widerstand derer, die MIR trotzen, zermalme Ich durch Mich selbst. Wehe, wehe diesem bösen Tun der Frevler, die Mich verachten! Das höre, König, wenn du leben willst! Sonst wird Mein Schwert dich durchbohren!" - Alle Zitate aus Führkötter, Briefwechsel

Zur Echtheit dieser Briefe

Im Jahre 1956 haben Marianna Schrader, OSB, und Adelgundis Führkötter eine Untersuchung zur Echtheit des Schrifttums der heiligen Hildegard von Bingen vorgelegt, die zu dem Ergebnis kommt, dass sie durchaus die eigentliche Autorin der unter ihrem Namen überlieferten Schriften gewesen sei, wenn diese auch von Mitarbeitern wegen ihrer mangelhaften Lateinkenntnisse redigiert worden seien (S. 171). Für die in verschiedenen Handschriften überlieferten Briefe nehmen Schrader und Führkötter generell an, dass sie auf Originale im Rupertsberger Kloster zurückgehen. Belegen können sie diese Vermutung nicht.

Andererseits ist die Echtheit dieser Briefe immer wieder angezweifelt worden. Insgesamt bleibt der Inhalt vieler Briefe seltsam unkonkret, fast stets schweben allgemeine religiöse Ermahnungen über Unausgesprochenem, fast so als wären es Vorlagen für Predigten bzw. in Briefe umgearbeitete Predigten oder Sammlungen von Vorbildbriefen, wie man sie schon seit der Karolingerzeit kennt.

Einige hatten sicherlich Themen, die in den religiösen Kontroversen jener Zeit begründet waren, und ihr gemeinter Sinn erschloss sich vielleicht nur denjenigen, die die darin versteckten Anspielungen verstanden.

Embach (Kapitel 5, S. 177 ff) stellt sie in seiner Einleitung zur Briefesammlung vor den Hintergrund der religiösen Epistelliteratur jener Zeit und zeigt am Brief an den Klerus von Köln, dass solche Briefe möglicherweise zuerst als Predigten gehalten wurden und dann erst in eine Briefform umgearbeitet wurden. Damit hätten sich solche Briefe gar nicht ausschließlich an die darin angesprochene Person gerichtet (s. o.).

"Damit ist angedeutet, daß es sich bei Hildegards Briefen häufig eben nicht um private Mitteilungen an einen exklusiven, individuell bestimmten Adressaten handelt. Vielmehr erheben diese Briefe, entweder bereits im Akt der Entstehung oder aber zum Zeitpunkt ihrer redaktionellen Bearbeitung, Anspruch auf eine gewisse Allgemeingültigkeit. Eine Allgemeingültigkeit, die über den individuellen Anlaß ihres Zustandekommens und die Ausrichtung auf einen singulären Empfänger weit hinausreicht."

Er fasst die Problemlage der Echtheit mit folgenden Worten zusammen:

„Die Rekonstruktion der Überlieferungsgeschichte von Hildegards Briefen stellt die Forschung immer noch vor eines ihrer größten Probleme. Der Hauptgrund für diesen Sachverhalt liegt in der Tatsache, daß das Epistolarium bereits sehr früh von gravierenden Stilisierungen und Erweiterungen betroffen war, die teilweise bis in den Bereich der bewußten Manipulation hineinreichten.

Sie betreffen u. a. die Datierung einzelner Schreiben, die Herstellung fiktiver Anfragebriefe zur Schaffung kompletter Briefpaare sowie die Hierarchisierung und Umadressierung von Briefen insbesondere an höhergestellte Empfängerpersönlichkeiten.

Im Hinblick auf die Papstbriefe (Briefe Eugens III., Anastasius' IV., Hadrians IV. und Alexanders III.) gilt sogar der noch weiter reichende Befund, daß es sich bei drei der insgesamt vier dieser Briefe um Fälschungen handelt. Es besteht keinerlei Zweifel darüber, daß diese Stilisierungen oder Fälschungen in Hildegards Lebzeiten zurückreichen. Möglicherweise wurden sie sogar von Hildegard selbst initiiert oder sie geschahen mit ihrem Wissen und ihrer Billigung.

Allerdings ist dies, wie ich oben angedeutet habe, ein allgemein zeit- und gattungstypisches Phänomen, das man deskriptiv darstellen und nicht moralisch bewerten sollte. Der Zweck dieser Eingriffe diente vermutlich dem Ziel, das Epistolarium zu einem in sich geschlossenen, den Visionswerken gleichberechtigt an die Seite zu stellenden theologischen Kompendium auszugestalten.

Hierzu schien es mitunter notwendig, den Rang der Briefpartner zu erhöhen und Hildegard in die Position einer allgemein akzeptierten theologischen Autorität zu stellen, die ihren unterschiedlichen Korrespondenzpartnern in der Rolle der berufenen magistra gegenübertrat...“ (S. 182/83, Hervorhebung durch Fettdruck durch Gs.).

Zur Authentizität des Briefwechsels mit Kaiser Friedrich I. äußert sich Embach leider nicht explizit.


Ähnlich kommt Klaes (S. 50/51) in ihrer Einleitung zur Vita S. Hildegardis bei den Visiones 11 und 12 zum Schluss:
"Die Fülle dieser Abweichungen lassen Zweifel an Hildegards Autorschaft aufkommen... Allerdings bieten die visiones erstaunlich wenig konkrete Informationen. Dafür enthalten sie an mehreren Stellen Vergleiche Hildegards mit alttestamentarischen Gestalten, die ihr Tun in einen größeren heilsgeschichtlichen Kontext setzen und sie zur Auserwählten Gottes stilisieren."

Für uns Ingelheimer ist es jedoch von einiger Bedeutung, ob sich durch den Barbarossa-Brief, falls er echt sein sollte oder wenigstens auf eine Überarbeitung einer echten Vorlage zurückgeht, ein Hinweis darauf ergibt, dass Barbarossa mindestens einmal in Ingelheim weilte und dies wahrscheinlich doch in der nach der Behauptung Rahewins restaurierten ehemaligen Pfalz, die damals aber schon zu einer burgähnlichen Anlage umgebaut worden war; denn aus anderen Quellen ist keinerlei Besuch Barbarossas in Ingelheim bekannt. Hinzu kommt die Tatsache, dass Ingelheim als Zwischenstation zwischen Bingen und Mainz eigentlich nicht nötig war und außerdem abseits der kürzeren Rheinhessenroute von Bingen über Alzey nach Worms lag.

Jede Befassung mit Hildegard führt unweigerlich in wissenschaftlich umstrittene Bereiche, und dazu zählen nicht nur ihre Briefe, sondern auch ihre naturwissenschaftlichen und medizinischen Bücher, ihre Kompositionen und ihre Predigtreisen. Ein Treffen der beiden in Ingelheim, also nicht nur, was wahrscheinlicher ist, in Mainz bei der Ausstellung des Schutzbriefes 1163, scheint zwar prinzipiell möglich, wenn das Urteil Oplls in seiner Biografie (S. 60/61) zutrifft, der es als einen "Charakterzug seiner Persönlichkeit" ansah, dass sich in ihm "mittelalterliche Frömmigkeit und umsichtiges, politisches Planen miteinander verbinden." Allerdings weiß man von ihm nicht, dass er an eschatologischen Visionen und Prophezeiungen so sehr interessiert war, wie das für seinen Sohn Heinrich VI. überliefert ist.

Die ältere Diskussion der Echtheitsfrage dieses Briefwechsels sowie der Problematik ihrer Datierung siehe bei Schmitz, Pfalz und Fiskus, Anmerkungen 172 - 175, S. 272.


Der (angebliche) Barbarossa-Brief

Aus der Bemerkung links, Zeile 5/6
"cum ingel | heim manentes"
eines Briefes Friedrichs I. an Hildegard wird geschlossen, dass die beiden sich in "Ingelheim" getroffen haben.

Kopie aus der Wiesbadener Handschrift des "Riesencodex" (687=341r; s.o.).

Zu einer kritischen Analyse des gesamten Briefes

1163 wurde zwar am Rande des Reichstages in Mainz der erwähnte Schutzbrief des Kaisers ausgestellt. Da sich ein Zusammenhang damit aber aus dem Inhalt des kurzen "Barbarossa-Briefes" nicht herauslesen lässt, kommen durchaus auch andere Zeitpunkte in Frage, und zwar zwischen den Jahren 1152, als Friedrich zum deutschen König gewählt und gekrönt wurde, und 1179, dem Todesjahr Hildegards.

Barbara Beuys verlegt das Treffen, das sie ohne jeden Zweifel für authentisch hält, freilich im Kontext mit falschen Behauptungen über Barbarossas angeblich häufige Nutzung der Ingelheimer Pfalz, in das Jahr 1154 (S. 224):

"Man kann es sich gut vorstellen: Dass Hildegard, in die schwarze Tracht der Benediktinerinnen gekleidet, im königlichen Saal der Pfalz dem rund fünfundzwanzig Jahre jüngeren Friedrich Barbarossa Andeutungen über die Zukunft macht und ihn ermahnt, in allen Situationen dem Ideal nachzueifern, das König David in den biblischen Erzählungen verkörpert: ein gerechter Herrscher zu sein."

Ja, man kann es sich gut vorstellen (und man möchte es auch nur allzu gern), vor allem aber, wenn man zu wenig über den damaligen Zustand der zur Burganlage umgebauten ehemaligen Ingelheimer Pfalz unter Barbarossa weiß.

Das folgende Halbkreisbild, Teil eines Hildegardzyklus, wurde nach dem Neubau der Abteikirche im neoromanischen Stil (1900 - 1904) mit den anderen Bildern in den Jahren 1907-1913 unter der Leitung von P. Paulus Krebs aus Beuron, einem Schüler des Begründers der Beuroner Kunstschule, gemalt.

Es zeigt den thronenden Kaiser Barbarossa ("Rotbart") mit riesigem Bart in einer romanischen Palastarchitektur, umgeben von einem Schreiber (sitzend), zwei Leibwächtern (einer stehend, einer sitzend), einem Diener, der den Reichsapfel auf einem Kissen trägt, und einem liegenden Hund. Barbarossa selbst hält das Szepter in seiner rechten Hand und trägt eine Krone auf dem Kopf. Rechts neben ihm steht Hildegard, einen Abtsstab in der linken Hand und um den Kopf einen goldenen Heiligenschein. Sie ist genau so groß dargestellt wie der Kaiser und größer als die beiden anderen stehenden Figuren. Ihre rechte Hand hat sie zum Gruß oder als Weissagungsgeste erhoben.

Um 1900 griffen Katholiken des Binger Großraumes gerne auf eine solche Hildegardüberlieferungen zurück, um dem protestantischen preußischen Staat – die Ruinen des ehemaligen Klosters am Rupertsberg lagen seit dem Wiener Kongress auf preußischem Territorium, die Reste der Kirchenkrypta wurden beim preußischen Eisenbahnbau vernichtet – ein anderes Kaiserbild zu zeigen, sodass die Szene ihres Ingelheimer Treffens mehrfach in Kirchenfenstern und Gemälden unserer Region dargestellt wurde, z. B. in der Pfarrkirche von Bingen-Dietersheim, wo Hildegard zum Kaiser anlässlich eines Reichstages (!) in Ingelheim, von dem keine einzige Quelle weiß, spricht.

Die Bildunterschrift in der Abteikirche lautet:
"WIE S HILDEGARD IN INGELHEIM ZU KAISER BARBAROSSA SPRICHT"

Wandgemälde in der Abtei des Kloster St. Hildegard in Eibingen: Hildegard vor dem thronenden Kaiser Barbarossa (Foto: Gs)


Bei nüchterner Betrachtung ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass Hildegard wirklich mit Friedrich I. in Ingelheim zusammengetroffen ist.

Eine Anlyse des  gesamten Briefes findet man hier.

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Gs, erstmals: 26.08.05; Stand: 03.02.17