Sie sind hier:   Adel in Ingelheim > Stiftungen in OI Jodokus und Engelthal

Adlige Stiftungen in Ober-Ingelheim: St.-Jodokus-Spital und Kloster Engelthal


Autor ud Fotos: Hartmut Geißler
nach G. J. Wilhelm Wagner: Die vormaligen geistlichen Stifte im Großherzogthum Hessen,
Karl Heinz Henn: Ober-Ingelheim, Groß-Winternheim und ihre adligen Sippen
und Philipp Krämer: Ober-Ingelheim.


In einer Zeit, als noch kein Sozialstaat wie heute für solidarische Sozialleistungen sorgen konnte, waren soziale Einrichtungen auf Stiftungen reicher Familien angewiesen. So auch im Ingelheimer Grund.

In Ober-Ingelheim gab es seit dem 28. Mai des Jahres 1387 aufgrund einer Stiftung der Witwe des Ritters Johannes von Milwald das St.-Jodokus-Spital (auch St. Jost oder St. Juste) neben dem damals noch offenen Rinderbach (mit der heutigen Nr. 20). Es diente als Alten- und Waisenhaus und im Dreißigjährigen Krieg als Unterkunft für kranke und verwundete Offiziere.

 

 

 

 

Von seinem Gebäude ist nur noch die Chorgiebelmauer der Kapelle erhalten, die nach der Reformation von 1565 aufgehoben wurde, während das Spital noch bis zur franz. Revolution fortbestand.

Einzelheiten siehe Philipp Krämer!

Rechts oben: Straßennamen der kleinen Stichstraße, die zur Rinderbachstraße gehört, und darunter die Giebelwand an dem dringend renovierungsbedürftigen Haus.

Am unteren Ende der Edelgasse links (Nr. 15) steht ein ehemaliges Weingut, das heute als Gast- und Tagungsstäte mit Vinothek der Familie Wasem gehört ("Kloster Engelthal"). 

Zu dem Gebäudekomplex gehört auch der umgebaute Westflügel eines ehemaligen Zisterzienserinnen-Klosters, des Klosters Engelthal. Im Obergeschoss ein langer Gang mit einer regelmäßigen Reihe von Stuben, wohl die ehemaligen Zellen der Nonnen.

Geistlich betreut wurde es wie viele Nonnenklöster der Umgebung von der Zisterzienserabtei Eberbach. Von seiner Kirche ist nichts mehr erhalten.

Auch dieses Kloster war eine Stiftung des Ober-Ingelheimer und Groß-Winternheimer Adels, u.a. zur Versorgung unverheirateter Töchter, wahrscheinlich vom Anfang des 13. Jahrhunderts. Eine erste urkundliche Erwähnung über eine Grundbesitz-Schenkung stammt aus dem Jahre 1290.

Seine materielle Basis waren gestiftete Einkünfte aus einem Streubesitz von Sporkenheim bis Elsheim, der bis ins 15. Jahrhundert ständig erweitert wurde. Viele Einzelheiten mit den Namen der Stifterfamilien bei Philipp Krämer.

Im Zuge der Reformation wurde es 1573 durch die pfälzische Verwaltung nach über drei Jahrhunderten Existenz aufgehoben.

Zum Kloster gehörte auch eine Mühle, die auch nach der Aufhebung des Klosters noch lange in Betrieb blieb, aber 1906 wegen des Straßenbaus abgebrochen wurde:


1903 reichten die Mühlengebäude (rechts vom Turm, wo heute die Straße verläuft) noch bis ans Tor heran.

Abbildung aus BIG 33; zu Einzelheiten siehe dort!

 

Zurück zum Seitenanfang

Gs, erstmals: 01.01.06; Stand: 25.02.17