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Der "Geismarsche Hof"


Autor und Fotos: Hartmut Geißler

 


Wahrscheinlich zur Versorgung der Abtei Hersfeld hatte Karl der Große 775 diesen Hof und seine Einnahmen dem Kloster geschenkt. Und im Besitz dieser Abtei blieb der Hof und ein weiterer Weinberg über ein halbes Jahrtausend lang.

Erst im Jahr 1392 vergab die Abtei den Hof weiter, und zwar dem Schultheißen von Oppenheim, Otten Knebel, als Lehen.

Nach der Reformation, der Aufhebung des Klosters und seinem Übergang an Hessen-Kassel 1606 wurden die Zehnteinnahmen aus dem Ober-Ingelheimer Hof an den hessischen Kämmerer Levin van der Marten vergeben.

Dessen Witwe heiratete 1623 Martin Lopes de Villanova aus den Niederlanden. Ihr gemeinsamer Sohn Friedrich Justus starb aber 1666 an einer der großen Pestepidemien.


Jahrzehnte danach gelangte der Hof (An der Burgkirche 11) 1722 durch die Heirat einer Urenkelin von Martin Lopes, Elisabeth Charlotte von Mosbach, mit dem Geheimen Rat Freiherrn Hugo Franz von Geismar in dessen Besitz.

Seinen Namen behielt der Hof, auch nachdem er 1805 (in der napoleonischen Zeit) in andere Besitzerhände kam (an die Familie des Notars Walter).

Seit 1928 (teilweise) und 1959 (ganz) gehörte er dem Weinhändler Ludwig Weitzel bzw. seit 1974 seinem Sohn Helmut Weitzel, von dem ihn in den letzten Jahren ein neuer Besitzer übernommen hat.


Giebel-Front mit Blick auf Burgkirche (links) und in der Gegenrichtung (rechts)

Im Jahre 1051 erweiterte Heinrich III. den Hersfelder Besitz in Ingelheim ...

"... durch ein Grundstück, dessen Lagebeschreibung bemerkenswert ist: 'ein Weinberg in Ober-Ingelheim, begrenzt von der St. Wigbertkirche bis zum Rinderbach, von da zur Rudhardsgasse hinab, von da zum Krumenstein und von da zur genannten Kirche zurück.' Dieser Grundbesitz, der die ganze Nordostecke Ober-Ingelheims ausfüllt, scheint dem Stift erst seinen Besitz am Orte gesichert zu haben; dort lag später der Hersfelder Zehnthof" (so berichtet Classen, S. 121).

 

Gs, erstmalig: 02.03.06; Stand: 26.02.17