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Franz Weyell

* 1901 Ingelheim … † 1971 Ingelheim

Autorin: Margarete Köhler (2000)
Überarbeitet von Hartmut Geißler (2009)

 

Franz Weyell entstammt einer alteingesessenen Nieder-Ingelheimer Familie. Nach seiner pädagogischen Staatsprüfung für das Lehramt und einigen auswärtigen Berufsjahren wurde er 1933 nach Ober-Ingelheim versetzt, wo er mit kriegsbedingter Unterbrechung bis 1963 als Lehrer wirkte.

Noch lange berichteten ehemalige Schüler begeistert davon, welche Freude bei ihm das Lernen gemacht habe und wie er sie schon als ABC-Schützen für Ingelheims Geschichte und Kulturdenkmäler zu interessieren wusste. Der geborene Pädagoge engagierte sich über seine beruflichen Pflichten hinaus voll und ganz in der Jugend- und Erwachsenenbildung seiner geliebten Heimatstadt.

Nachdem er sich im Jahre 1963 zur Ruhe gesetzt hatte, konzentrierte er seine Schaffenskraft auf die Erforschung von Geschichte, Geografie und Brauchtum der Region. Durch Vorträge, Führungen und zahlreiche Publikationen machte er die Ergebnisse seiner eigenen Arbeit sowie anderer Heimatkundler und Historiker populär, weckte Interesse und gab sein umfangreiches Wissen an andere weiter. Als Dank für seine schriftstellerische Leistung wurde ihm 1964 der Heimat-Literaturpreis des Landkreises Bingen verliehen.

Sein besonderes Interesse galt der Familien- und Mühlengeschichte, sind doch mehrere Generationen seiner Vorfahren Müller in Ingelheim gewesen. Große Anerkennung fanden deshalb seine Schrift "Die Königspfalz zu Ingelheim am Rhein und ihre Mühlen" (BIG 14, 1963), die er zusammen mit Andreas Saalwächter verfasst hat, sowie "Die Neumühle. Ein Stück Familiengeschichte" (BIG 8, 1957. Ebenso muss seine Mitwirkung an den Ortssippenbüchern und den "Beiträgen zur Ingelheimer Geschichte" erwähnt werden. In Heft 20 (1970) dieser Schriftenreihe, das den Titel "Ingelheimer Mosaik" trägt, hat der Historische Verein Weyells wichtigste Veröffentlichungen über den Heimatraum zu einem Buch zusammengefasst.

Am 22. Januar 1971 wurden Franz Weyell aus Anlass seines 70. Geburtstags viele öffentliche Ehrungen zuteil. Insbesondere der Historische Verein Ingelheim fühlte sich seinem langjährigen Vorstandsmitglied und Förderer zu Dank verpflichtet. Man wusste seine seit 1948 nimmermüde Einsatzbereitschaft und die von ihm ausgegangenen Impulse zu schätzen.

Deshalb sollte ihm am 25. Januar 1971 im Rahmen der Jahreshauptversammlung die Ehrenmitgliedschaft des Vereins verliehen werden. Tragischerweise ist Franz Weyell während dieser Veranstaltung inmitten seiner bestürzten Freunde an einem Herzinfarkt verstorben. Auch nach seinem Tode genießen seine Person und die Ergebnisse seiner Arbeit noch große Wertschätzung in diesem Kreis.

Literatur

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Gs, erstmals: 09.06.09; Stand: 27.02.17