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Dr. Ernst Emmerling

* 1907 Gießen … † 1982 Ingelheim

Autorin: Margarete Köhler (2000)
Überarbeitet von Hartmut Geißler (2009)

 

Dr. Ernst Emmerling war ein Ururenkel des Ehrenbürgers Albert Gerhard de Roock, Urenkel der Freifrau Friederike Gertrude van Krieken und Enkel von Antonia Schüler, einer Tochter des Ehepaares van Krieken.

Seine Eltern waren Maria, geb. Schüler, und Paul Emmerling, Ministerialrat aus Darmstadt. Durch den Beruf des Vaters bedingt, verbrachte Ernst Emmerling seine Kindheit und Schulzeit im Raum Darmstadt, Alsfeld, Worms und Bensheim.

Es entsprach seinen Neigungen und der Prägung durch das Elternhaus, dass er sich nach dem Abitur für ein Studium der Kunstgeschichte in München und Köln entschied. Nach seiner Promotion über den italienischen Maler Batoni im Jahre 1931 folgten ab 1932 eine Tätigkeit am Goethe-Museum in Frankfurt am Main und eine Volontärzeit am dortigen Museum für Kunsthandwerk.

In der Zeit des Nationalsozialismus schloss er sich dem "Bruderbund" der "Bekennenden Kirche" an.

Ab 1935 wurde das Anwesen der Familie in Ingelheim, die ehemalige Villa "Padjarakan", dessen Bewirtschaftung er übernommen hatte, mehr und mehr zu seinem Lebensmittelpunkt.

Von hier aus trat er als Autor anspruchsvoller historischer und kunsthistorischer Publikationen in Erscheinung, mit denen er sich in der Fachwelt einen Namen machte. Der Kontakt mit den Heimatforschern und Archäologen der Region ließ ihn bald selbst zum engagierten Heimatpfleger und Mentor der Heimatfreunde werden. Seiner Stadt stellte er sein Wissen und Können als Vorsitzender bzw. Schriftführer des Historischen Vereins Ingelheim bereitwillig zur Verfügung.

1950 wurde er Mitbegründer der regionalen Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein und hatte auch hier von 1953 bis 1973 den Vorsitz inne.

Im Rahmen dieser Aktivitäten genoss für ihn die literarische Arbeit Priorität. Er wollte einen großen Leserkreis ansprechen. Deshalb initiierte, förderte und unterstützte er die Herausgabe mehrerer Periodika, wie der Beiträge zur Ingelheimer Geschichte, der Heimatbeilage der Allgemeinen Zeitung und des Heimatjahrbuches.

Darüber hinaus finden sich in zahllosen Broschüren, Zeitungen und Zeitschriften heimatkundliche und kunsthistorische Aufsätze aus seiner Feder, die den Leser noch heute zu fesseln und zu begeistern vermögen.

Durch sein Buch "Entlang den Ufern des Rheins - eine Reise in Bildern", in dem er eine Auswahl von 51 seiner Städtezeichnungen präsentiert, hat er auch künstlerische Ambitionen bewiesen.

Unvergessen ist auch seine maßgebende Mitwirkung an Planung und Durchführung der denkwürdigen Jahrtausendfeier der Ingelheimer Synode im Jahre 1948.

Ihm war es zu verdanken, dass in diesem Rahmen das Historische Museum und die Sammlung Carlo von Erlangers der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden konnten.

Unter seiner Führung veranstalteten die Heimatfreunde im Kreis Bingen mehrere Heimattage und stifteten 1959 einen Heimatliteraturpreis, der ihm schließlich 1965 in Würdigung seines literarischen Schaffens selbst verliehen worden ist.

Seit 1948 verknüpfte er seine kulturpolitischen Bemühungen in der Region mit praktischer kommunalpolitischer Arbeit. Von 1948 bis 1964 gehörte er dem Kreistag als Mandatsträger der FDP an. Das Land Rheinland-Pfalz zeichnete ihn für seine Verdienste 1964 mit der Freiherr-vom-Stein-Plakette und 1973 mit dem Verdienstkreuz am Bande aus. Im Hinblick auf die Pionierleistungen der Nachkriegszeit und die Katalysatorwirkung seines uneigennützigen Schaffens, muss man diese Ehrungen als hochverdient betrachten.

Am 13. Mai 1982 wäre er 75 Jahre alt geworden. Im Heimatjahrbuch 1982 fanden die Leser neben einigen Beiträgen aus seiner Feder eine ihm gewidmete Laudatio von Karl Greifenstein vor.

Dr. Ernst Emmerling hat diesen Geburtstag nicht mehr erlebt. Am 26. Januar 1982 ist er verstorben und auf dem Nieder-Ingelheimer Friedhof auf der Familiengrabstätte bestattet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Literatur


Gs, erstmals: 09.06.09; Stand: 22.02.17